Amalgam is out
Das US-Gesundheitsministerium (HHS) hatte bekannt gegeben, dass die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) alle Leiter der staatlichen Medicaid-Behörden dazu aufgefordert haben, die Verwendung quecksilberhaltiger Zahnfüllungen schrittweise einzustellen, indem sie die Medicaid-Kostenübernahme für zahnärztliche Behandlungscodes für „Zahnamalgam“ in ihren jeweiligen Bundesstaaten einschränken oder einstellen.
"Quecksilber hat weder im Mund unserer Kinder noch im modernen amerikanischen Gesundheitswesen etwas zu suchen“, sagte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr..
Dabei handelt es sich allerdings um eine Empfehlung, keine Vorschrift, wie die American Dental Association (ADA) klarstellte: Die einzelnen Bundesstaaten seien dafür verantwortlich, Kriterien für die medizinische Notwendigkeit festzulegen und Entscheidungen über die Kostenübernahme zu treffen.
Material bleibt wichtige Behandlungsoption für bestimmte Patienten
Die ADA unterstützt einen schrittweisen Ausstieg. Ziel sei, Anreize für Zahnärzte zu setzen, damit sie bei Restaurationen künftig kompositbasierte Materialien auf Harzbasis verwenden. Aber: „Amalgamfüllungen bleiben eine wichtige Behandlungsoption für bestimmte Patienten und Bevölkerungsgruppen, insbesondere wenn Feuchtigkeitskontrolle, Kosten oder spezifische klinische Umstände alternative Füllungsmaterialien weniger geeignet machen“, betonte ADA-Expertin Dr. Jennifer Holtzman.
Zahnärzte sollten daher weiterhin die Möglichkeit haben, für jeden einzelnen Patienten die am besten geeignete, evidenzbasierte Behandlung auszuwählen.
Holtzman: „Gleichzeitig wird die Entfernung und der Ersatz klinisch einwandfreier Amalgamfüllungen allein aufgrund ihres Amalgamgehalts durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht gestützt. Den Patienten ist am besten gedient, wenn die Wahl des Restaurationsmaterials auf dem klinischen Bedarf, wissenschaftlichen Erkenntnissen und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen Ärzten und Patienten basiert.“
Die Empfehlungen des Center for Medicaid and CHIP Services folgen auf die Ankündigung des Indian Health Service (IHS) vom Februar, die Verwendung von Zahnamalgam in seinen Einrichtungen bis 2027 einzustellen. Der IHS ist eine Bundesbehörde innerhalb des US-Gesundheitsministeriums, die für die medizinische Versorgung von rund 2,8 Millionen American Indians und Alaska Natives zuständig ist.
Auch in den USA geht die Verwendung seit Jahrzehnten zurück
Die Verwendung von Quecksilber im US-Gesundheitswesen, einschließlich Zahnamalgam, ist laut der ADA seit Jahrzehnten rückläufig, da Alternativen wie Kompositfüllungen zunehmend verfügbar sind. Laut einer Analyse der zahnärztlichen Abrechnungsdaten bestanden 2024 nur noch 6,2 Prozent der zahnärztlichen Füllungen in den USA aus Amalgam. Bei den Medicaid-Abrechnungen von 2022 wurden 8 Prozent aller zahnärztlichen Restaurationen mit Amagam versorgt.
Im November 2025 hatten sich mehr als 150 Staaten haben bei der Konferenz zur Minamata-Konvention in Genf auf ein Ende quecksilberhaltiger Dentalamalgam-Füllungen bis 2034 geeinigt. Damit wurde das Phase-out um vier Jahre verlängert. Zahnamalgam darf somit in Ausnahmen bis 2034 weiterhin verwendet werden.


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