Mundflora könnte Schmerzen bei Handarthrose beeinflussen
Veränderungen der Mundflora können das Darmmikrobiom beeinflussen und das wiederum Entzündungen und Schmerzen bei Arthrose an der Hand begünstigen, berichten die Wissenschaftler aus China. Als Gründe dafür sehen sie neben der engen Verbindung der beiden Mikrobiome und ihrer Wechselwirkung, den Umstand, dass das orale Mikrobiom eine entscheidende Rolle bei der Modulation systemischer Entzündungen einnimmt.
Die Handarthrose ist eine weit verbreitete Muskel-Skelett-Erkrankung und bezeichnet den schmerzhaften Abnutzungsschwund des Knorpels in den Finger- oder Handgelenken. Weltweit sind über 142 Millionen Menschen betroffen. Handschmerzen, Steifheit, reduzierte Griffstärke, funktionelle Einschränkungen und letztendlich eine beeinträchtigte Lebensqualität sind die Symptome und Folgen. Risikofaktoren sind eine Dysbiose des Darmmikrobiom und Stoffwechselveränderungen.
Das orale Mikrobiom für sich stellt ein sehr vielfältiges und dynamisches Ökosystem dar, das eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der systemischen Entzündung und der Aufrechterhaltung der Immunhomöostase durch Interaktionen mit Wirtszellen und distalen Organen spiele, führten die Wissenschaftler aus. Im Gegensatz zum Darmmikrobiom ist das orale Mikrobiom direkt und kontinuierlich durch externe Faktoren wie Ernährung, Rauchen und Alkoholkonsum beeinflusst und deshalb möglicherweise noch empfindlicher für Umweltstörungen.
Die Mundflora von Arthrose-Patienten zeigt andere Bakterien-Besiedlung
Für die Untersuchung nahmen die Forscher von 52 Patienten mit symptomatischer Arthrose in den Händen und 712 Personen ohne Erkrankung Speichelproben mittels ribosomaler RNA-Gensequenzierung. Im Vergleich zu Proben von Teilnehmenden ohne Arthrose wiesen Proben von den Patienten mit symptomatischer Arthrose eine deutlich geringere mikrobielle Vielfalt sowie eine veränderte Zusammensetzung der Mundflora auf.
Besonders die Besiedlung von Trichococcus-Bakterien in den Proben der Arthrose-Patienten war signifikant höher. Ein höheres Vorkommen des Bakteriums hing außerdem mit stärker ausgeprägten Symptomen der Handarthrose zusammen – gekennzeichnet durch beidseitigen Befall, deutlich ausgeprägtere radiologische Veränderungen, stärkere Schmerzen sowie eine höhere Anzahl betroffener Gelenke.
Für die Wissenschaftler sind die Ergebnisse der Studie erste Belege für einen möglichen Zusammenhang zwischen Veränderungen des oralen Mikrobioms und symptomatischer Arthrose der Hände. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, sei es nicht gesichert möglich, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge festzustellen. Auch die Studienkohorte müsste bei weiterführenden Untersuchungen größer sein, resümieren die Forschenden.
Li J, Xiao Y, Yang T, Hunter DJ, Zhang W, Doherty M, et al. Oral microbiome dysbiosis and oral-gut microbial network disruption in hand osteoarthritis: data from the Xiangya Osteoarthritis Study. RMD Open. 2026;12:e006962. https://doi.org/10.1136/rmdopen-2026-006962


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