Zahnärztetag Westfalen-Lippe

Implantologie 360°

br
Zahnmedizin
Beim diesjährigen Zahnärztetag Westfalen-Lippe, der vom 19. bis 22. März in Gütersloh stattfand, stand die Implantologie im Fokus des Programms. Die Veranstaltung konnte online und in Präsenz besucht werden.

Mit dem 70. Zahnärztetag feierte die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) in diesem Jahr ein Jubiläum, das Kammerpräsident Dr. Gordan Sistig in seiner Begrüßungsrede würdigte: „Wir blicken heute auf sieben Jahrzehnte intensiver wissenschaftlicher und praktischer Weiterentwicklung zurück. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass wir hier zusammengekommen sind, um unseren Berufsstand weiter zu fördern und den Dialog unter den Zahnärztinnen und Zahnärzten, den Forscherinnen und Forschern sowie den jungen Talenten zu stärken.“

Wie in den Vorjahren war das zweitägige wissenschaftliche Programm am 21. und 22. März eingerahmt von zahlreichen Sonderveranstaltungen und Spezialseminaren. Die Konzeption des wissenschaftlichen Programms hatte in diesem Jahr Tagungspräsident Prof. Dr. mult. Robert Sader (Frankfurt) übernommen. Sader betonte die beeindruckenden Fortschritte, die die zahnärztliche Implantologie seit ihren Anfängen genommen hat: „Heute lassen sich durch digitalen Workflow und Backward-Planning einzeitige Versorgungen durchführen, bei denen sich ohne Qualitätsverlust nicht nur die Behandlungszeit deutlich verkürzen lässt, sondern sich durch die Minimalinvasivität auch die Schmerzbelastung und die Komplikationsrate im wahrsten Sinne des Wortes spürbar reduzieren lassen.“ Das wissenschaftliche Programm solle „den aktuellen Stand implantologischer Versorgungsmöglichkeiten in ihrer ganzen Breite und Vielfalt aufzeigen“, sagte Sader.

Implantologie mit Fokus auf die Patienteninteressen

Standen lange Zeit vornehmlich chirurgische Techniken, Werkstoffe und Implantatdesigns im Vordergrund, rücken heute vermehrt die Bedarfe der Patienten in den Fokus der Entwicklungen. So lässt sich mit der Sofortversorgung und Sofortbelastung die Behandlungszeit signifikant verkürzen. Der digitale Workflow schafft die Möglichkeit, minimalinvasiver zu behandeln. Mit kurzen oder osseofixierten Implantaten können aufwendige Augmentationen vermieden werden. Trotz Kieferatrophie lassen sich auch viele ältere Patienten heute gut und vorhersagbar versorgen. Und nicht zuletzt sind mit den modernen Verfahren ästhetisch besonders anspruchsvolle Versorgungen möglich.

Digitale Technik und Biologie kommen zusammen

Die Vorträge im wissenschaftlichen Programm deckten ein breites Spektrum rund um die neuesten Entwicklungen in der Implantologie ab. Dabei zeigten sich im wesentlichen zwei wichtige Innovationstreiber: Zum einen bieten die Fortschritte bei der digitalen Planung und Umsetzung – hier findet zunehmend auch Künstliche Intelligenz Eingang – immer mehr Präzision und Vorhersagbarkeit. Zum anderen orientieren sich die Behandlungen mehr und mehr an biologisch-regenerativen Konzepten. „In den vergangenen Jahren haben regenerative Verfahren begonnen, zunehmend die rekonstruktiven Techniken zurückzudrängen. Moderne Behandlungsstrategien basieren heute nicht mehr auf einfachen biomechanischen Konzepten, sondern beziehen die biologischen Reaktionen und Interaktionen unserer Körpergewebe mit ein, beziehungsweise modifizieren und modulieren diese aktiv, um Heilungsvorgänge zu verbessern und zu beschleunigen“, betonte Tagungspräsident Sader.

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