Jeder Versicherte erhält „persönliches Ärzteteam“

vdek legt Konzept für Patientensteuerung vor

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Politik
Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat ein Modell zur Patientensteuerung vorgestellt: Jeder GKV-Versicherte soll für sein „persönliches Ärzteteam“ einen Hausarzt und bis zu drei Fachärzte auswählen können.

„Versicherte berichten zunehmend davon, dass sie auf Facharzttermine zu lange warten müssen oder dass sie als Neupatientinnen und ‑patienten gar nicht erst aufgenommen werden”, sagt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek.

Ein wesentlicher Grund für lange Wartezeiten sei, dass zu viele Versicherte durch das Gesundheitssystem irren, ohne an den richtigen Behandlungsort zu kommen. Elsner: „Es fehlt an verbindlicher Steuerung und Orientierung.“ So suchten 20 Prozent der Versicherten 2022 sechs oder mehr unterschiedliche Arztpraxen auf, drei Prozent der Versicherten sogar mehr als zehn Praxen.

Die Idee: Der Versicherte legt sich fest für ein Jahr...

Das vdek-Modell sieht vor, dass jeder GKV-Versicherte für sein persönliches Ärzteteam einen Hausarzt und bis zu drei grundversorgende Fachärzte auswählt. Die Entscheidung für dieses Ärzte-Team gelte verbindlich zunächst für ein Jahr.

Dabei könne der Versicherte Ärzte des Teams direkt und ohne Überweisung in Anspruch nehmen. Daneben sei es möglich, eine telemedizinische Ersteinschätzung per Telefon oder App zu nutzen, der sich bei Bedarf direkt eine Videosprechstunde anschließt. So hätten auch Versicherte ohne Hausärztin oder Hausarzt einen festen Anlaufpunkt. Der Patientenservice 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen erhalte dabei eine wichtige Rolle.

und Ärzte außerhalb des Teams zahlt die Kasse nicht

Laut vdek übernimmt das Ärzteteam die Lotsenfunktion für die Versicherten, andere Ärztinnen und Ärzte können nur mit digitaler Überweisung in Anspruch genommen werden. Wird ein Arzt außerhalb des Arztnetzes ohne Überweisung aufgesucht, erfolgt die Behandlung nicht zulasten der GKV.

Elsner betont, dass reine Hausarztmodelle aus Sicht der Ersatzkassen keine hinreichende Lösung bieten, um die Versorgung besser zu steuern. Auswertungen zeigten, dass an solchen Programmen teilnehmende Versicherte weder weniger Facharztbesuche noch weniger stationäre Aufenthalte hätten.

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