Was sich Unternehmer von einem Kanzler Merz wünschen
Bei der Befragung sollten die Geschäftsführerinnen und -führer aus einer Liste von 13 Politikfeldern die aus ihrer Sicht fünf wichtigsten Maßnahmen auswählen und in eine Rangfolge bringen. Der für sie wichtigste – insgesamt meistgenannte und von den meisten als wichtigste Aufgabe benannt – Schritt: Mit einer Reform die Kosten der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung eindämmen, um insbesondere die Lohnnebenkosten zu senken und damit die Arbeitgeber wettbewerbsfähiger zu machen.
Auf Platz 2 folgt die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur – mehr Gelder für Sanierung und Neubauten sowie eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Gerade die Logistikbetriebe und der Großhandel kämpfen hier mit Problemen. Maßnahmen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie stärken, landen auf dem dritten Platz.
Der Fachkräftemangel spielt auf den ersten Blick eine überraschend kleine Rolle (Platz 7 mit rund 38 Prozent). Knapp 9 Prozent der Betriebe halten die Fachkräftesicherung durch Bildungsinvestitionen und qualifizierte Zuwanderung jedoch für die dringlichste Aufgabe – damit wird sie am dritthäufigsten zur wichtigsten Maßnahme erklärt. Zu wenig Leute beklagt besonders die Bauwirtschaft.
Gerade bei der Verteidigungsfähigkeit, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Rolle Europas in der Welt ist man sich in der Unternehmerschaft sehr einig – das ist für die IW-Experten auch ein klarer Appell an die neue Bundesregierung.
An der Befragung vom 15. Januar bis zum 13. Februar nahmen 1.076 Geschäftsführerinnen und -führer von Industriebetrieben und unternehmensnahen Dienstleistungen mit mindestens einem Beschäftigten teil.
Die Befragung:
Seyda, Susanne / Schmitz, Edgar / Schleiermacher, Thomas: 2025, Was die neue Bundesregierung zur Sicherung des Wohlstands tun sollte – Die Sicht der Unternehmen, IW-Kurzbericht, Nr. 25, Köln