Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen auf neuem Höchststand
Im Vergleich zum Zeitraum 2020/2021 bedeute das einen deutlichen Zuwachs. Damals hatte die Schadenssumme bei 132 Millionen Euro gelegen, so der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) gestern anlässlich der Vorstellung seines achten Berichts über die „Arbeit und Ergebnisse der Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen“.
Gleichzeitig sei jedoch positiv hervorzuheben, dass fast die Hälfte der offenen Forderungen (92 Millionen Euro) gesichert werden konnten. „Dies ist ein erfreulicher Anstieg um 35 Prozent“, hieß es von Seiten des Verbands.
Spitzenreiter ist der Bereich Arznei- und Verbandmittel
Grundsätzlich sind nach Aussage des Spitzenverbands alle Leistungsbereiche der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von Fehlverhalten betroffen. „Die mit Abstand höchsten Schäden sind mit fast 86 Millionen Euro im Leistungsbereich der Arznei- und Verbandmittel entstanden“, geht aus dem Bericht hervor, der die Betrugsdaten aus den Tätigkeitsberichten der 94 Mitgliedskassen zusammenführt.
In den vergangenen beiden Jahren habe die Zahl professionell gefälschter Papierrezepte drastisch zugenommen. Solche Verordnungen seien vor allen Dingen für hochpreisige Arzneimittel wie die Abnehm-Mittel Ozempic oder Mounjaro, aber auch Schmerzmittel wie Fentanyl oder Tilidin im Umlauf. Der GKV-SV hofft, dass der Abrechnungsbetrug in diesem Bereich zukünftig durch die konsequente Nutzung des E-Rezepts erschwert wird.
Als weiteren „Brennpunkt des Fehlverhaltens“ nennt der GKV-SV den Pflegebereich. Hier sei ein Schaden von mehr als 62 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen. Lediglich 21 Millionen Euro davon seien gesichert worden.