Mundspüllösungen: Ein klarer Testsieger und viele Flops
Stiftung Warentest hat 17 Mundspüllösungen für Erwachsene und drei für Kinder unter die Lupe genommen. Fast alle schützen sehr gut beziehungsweise gut vor Karies. Allerdings beugt nur weniger als die Hälfte der getesteten Produkte effektiv Plaque und Gingivitis vor. Prüffaktor war zudem die Umweltverträglichkeit.
In der Gesamtwertung erhielt nur ein Produkt hat das Prädikat „sehr gut“, fünf wurden mit „gut“ bewertet.
Für den Test wurden 20 häufig verkaufte Produkte ausgewählt, die mit Schutz vor Karies, Plaque und Gingivitis werben. Bei der Auswertung wurde Kariesprophylaxe zu 35 Prozent gewichtet, ebenso wie die Vorbeugung von Plaque und Gingivitis. Die Verpackung floss zu 15 Prozent, Deklaration und Werbeaussagen zu zehn Prozent und nicht oder nur schlecht biologisch abbaubare Stoffe gingen zu fünf Prozent in die Bewertung ein.
Letzter Platz für ein fluoridfreies Produkt
Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Mundspüllösungen in puncto Kariesprophylaxe ihren Job machen: 19 Produkte enthalten ausreichende Fluoridkonzentrationen. Nur die „Repair Zahn-Milch“ des Anbieters Dr. Wolff verzichtet zugunsten von Hydroxylapatit darauf – und bildet deshalb mit der Gesamtnote „mangelhaft“ das Schlusslicht.
Bei der Vorbeugung gegen Plaque und Gingivitis kommen viele Mundspüllösungen jedoch an ihre Grenzen: Nur acht enthalten eine zufriedenstellende und drei eine gerade noch ausreichende Konzentration von Zinkverbindungen. Die Mundspüllösungen für Kinder schnitten alle nur mittelmäßig ab. Immerhin hatten alle getesteten Flaschen eine Kindersicherung.
14 nicht recyclebare Flaschen
Der Umwelt machen Mundspüllösungen mit schwer recyclebaren Flaschen zu schaffen: Pro Jahr landen in Deutschland etwa 75 Millionen leere Flaschen von Mundspülungen im Müll. Viele Lösungen enthalten zudem gewässerbelastende Stoffe. Deshalb hat die Stiftung Warentest einen genauen Blick auf die Recyclingfähigkeit der Verpackungen geworfen. Mit ernüchterndem Fazit: 14 Flaschen lassen sich nicht recyceln.
„Fast immer liegt das am Klebstoff der Etiketten. Er lässt sich bei der Wiederverwertung nicht vollkommen abwaschen und macht den Kunststoff PET als hochwertiges Rezyklat, etwa für neue Flaschen, unbrauchbar“, erklärt Dennis Stieler, Gesundheitsexperte bei der Stiftung Warentest.
Die Flaschen von Meridol und Bioniq bestehen aus undurchsichtigem weißem PET, das sich mit keiner in Deutschland angewandten Technik recyceln lässt. Zudem stecken die robusten Kunststoffflaschen in unnötigen Pappschachteln.
Testsieger für Inhalt und Umwelt
Testsieger wurde Listerine Total Care Zahnschutz, die nicht nur aufgrund der Inhaltsstoffe überzeugte, sondern auch eine gut recyclebaren Verpackung sowie einem biologisch abbaubaren Inhalt aufweist. Für Preisbewusste empfiehlt Stiftung Warentest die Prokudent Mundspüllösung von Rossmann.