Die besten Zahn-Beiträge in der Publikumspresse ausgezeichnet
Themen aus der Zahnmedizin, der Zahntechnik und Dentalindustrie sind noch immer ein Nischenbereich in den Publikumsmedien, erklärte Moderatorin Anja Backhaus von WDR 5 zu Beginn der Preisverleihung am 27. März auf der Internationalen Dental Schau (IDS) in Köln. Dabei komme Journalistinnen und Journalisten bei der Aufbereitung von Themen zum Fachgebiet eine wichtige Vermittlerrolle zuteil. Ausgezeichnet wurden daher auch in diesem Jahr vier Medienschaffende, die „nachgebohrt“ und dabei relevante Informationen für die breite Bevölkerung recherchiert und zugänglich gemacht haben.
In ihrer „unerlässlichen Vermittlerfunktion“ hätten sie damit zur Aufklärung in der Bevölkerung beigetragen, lobte auch die Jury, vertreten durch Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative proDente. Aus über 60 eingereichten Beiträgen der vergangenen zwei Jahre hatte sie die Gewinner ausgewählt.
Diese Beiträge hinterlassen einen Abdruck in Publikumsmedien
Kategorie Online: Für das Online-Angebot des NDR schrieb Lisa Pandelaki in ihrem Beitrag über „Kreidezähne bei Kindern“. Überzeugen konnte sie die Jury mit dem aktuellen Thema, das eine breite Bevölkerungsschicht betrifft. „Der lebendige Einstieg in die kurze Reportage packt den Leser“, kommentierte Klaus Bartsch, Zahntechnikermeister und Vizepräsident des VDZI. „Die Protagonistinnen des Beitrags sind sehr gut ausgesucht. Und die Aufbereitung bleibt bis zum Schluss sympathisch.“ Eine umfassende Rechercheleistung sei der Beitrag, fasste die Jury ihre Wahl weiter zusammen. Mit zahlreichen weiterführenden Links und Verweisen nutze die Autorin die Möglichkeiten des Mediums Internet umfänglich für ihre Botschaft über eine Krankheit, für die es noch keine Heilung gibt.
Kategorie Print: Im Mittelpunkt des Artikels „Zum Nichtstun gezwungen“ in der Sächsischen Zeitung steht die ukrainische Zahnärztin Olena Litkevych auch Charkiw. Der Journalist Gunnar Klehm beschreibt, dass sie in Deutschland lebt, aber nicht arbeiten darf. Ihr fehlt bisher die Erlaubnis, ihren Beruf ausüben zu können. Doch Litkevych will nicht aufgeben. „Die inhaltlich packende Story ist aktueller denn je und passt in unsere Zeit“, urteilte die Jury. Und weiter: Klehm decke hier die Absurdität der deutschen Bürokratie und die Kanten des Versorgungssystems im ländlichen Raum auf. Damit zeige er eine Wunde, die im deutschen Gesundheitssystem klafft. „Der Autor hat uns mitgenommen, weil er vor allem sehr persönlich schreibt“, so Britta Thein, Gewinnerin des Abdrucks 2023 zum Juryvotum. „Eine bewegende Geschichte, investigativ und berührend erzählt.“
Kategorie Audio: Für den Radiobeitrag „Zahnspangen bei Erwachsenen“ gewann Martina Meißner den „Abdruck“-Preis. Das einstimmige Urteil lautete: unterhaltsam, informativ, soziokulturell. Die Jury zeigte sich begeistert über Meißners medial wirkungsvoll aufbereiteten Beitrag für WDR 5. Der Beitrag nehme mit temporeichen Schnitten die unterschiedlichen Sichtweisen zu dem Phänomen in den Fokus. „Medial ist das ausgezeichnet aufbereitet und für die Zielgruppe stark gemacht“, äußert sich Univ.-Prof. Dr. med. dent. James Deschner, Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, zum 1. Platz. „Die thematisch unterlegten Musiken und Zitate aus Filmen lassen den Hörer eintauchen und mitfühlen.“ Dabei habe die Autorin fundiert recherchiert und großartige Expertinnen einbezogen. Sie sei dabei thematisch bis zum Schluss fokussiert geblieben.
Kategorie TV: Rasch einig zeigte sich die Jury bei der BR-Story von Tereza Bora, die im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. „Faktisch richtig, überzeugend, sehr gut gemacht“, lobten die Juroren. Die Autorin zeigt in ihrem Beitrag „Medizintourismus – Ins Ausland für die OP?“, wie organisiert solche „Gesundheitsreisen“ aufgebaut sind. Und welche gravierenden – gesundheitlichen wie auch finanziellen - Folgen auf Patienten zukommen können, wenn eben nicht alles so rund läuft und qualitativ hochwertig ist, wie eingangs von den Initiatoren versprochen. „Das Thema ist äußerst spannend und wird von den sehr gut ausgewählten Expertinnen und Patienten bedingungslos getragen. Das ist authentisch und hat uns nachhaltig beeindruckt“, erklärt Marc Oliver Pick, Chefredakteur der Fachzeitschrift dzw – Die ZahnarztWoche, die Preisvergabe.
Über den Journalistenpreis Abdruck
Mit dem „Abdruck“ würdigt proDente herausragende journalistische Arbeiten, die zahnmedizinische und zahntechnische Themen für eine breite Öffentlichkeit allgemein verständlich zugänglich machen. Eine fünfköpfige Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Journalismus, Wissenschaft, PR und Zahntechnik bewertet die Beiträge in den vier Kategorien Print, TV, Audio und Online.