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Präventionsbericht 2012: Stress im Job abbauen

ck/pm
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Die gesetzlichen Krankenkassen versuchen, den Stress am Arbeitsplatz zu mindern. Das geht aus dem Präventionsbericht von GKV-Spitzenverband und Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.

Insgesamt haben die Krankenkassen im Berichtsjahr 2011 rund 270 Millionen Euro für Präventionsaktivitäten ausgegeben, pro Versichertem durchschnittlich 3,87 Euro. Damit haben sie den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Richtwert von 2,86 Euro deutlich überschritten, heißt es in dem Bericht.

270 Millionen Euro für die Prävention

"Gesundheitsförderung ist dann erfolgreich, wenn sie die Menschen auf möglichst vielen verschiedenen Wegen anspricht und dadurch erreicht" sagte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands. "Eine Verengung auf eine ärztliche Verordnung, wie derzeit offenbar im Bundesgesundheitsministerium überlegt wird, wäre ein falscher Ansatz. Prävention muss zum Beispiel im Kindergarten, am Arbeitsplatz und in der Schule beginnen und nicht erst dann, wenn jemand bereits zum Arzt geht."

Rund 6.800 Betriebe - fünf Prozent mehr als noch 2010 - haben die gesetzlichen Kassen durch entsprechende Maßnahmen erreicht. Rund 1,1 Millionen Arbeitnehmer wurden dadurch direkt oder indirekt durch Multiplikatoren angesprochen, das sind vier Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Insgesamt gaben die Krankenkassen 2011 nach eigenen Angaben mehr als 42 Millionen Euro für die betriebliche Gesundheitsförderung aus.

Zehn Prozent aller Ausfälle aufgrund der Psyche

Psychische Erkrankungen verursachen rund zehn Prozent aller Krankheitstage in deutschen Unternehmen und sind seit Jahren die Hauptursache für krankheitsbedingte Frühverrentungen. Entsprechend den gewandelten Belastungen am Arbeitsplatz mit zunehmender Hektik und fortschreitender Arbeitsverdichtung verstärkten die Krankenkassen 2011 weiter ihre Aktivitäten zur Förderung der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern.

"Die Anforderungen in der Arbeitswelt haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. In der Folge sind vor allem kognitive und psychosoziale Belastungen gestiegen. Stress ist inzwischen das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem. Der Präventionsbericht zeigt, dass die Krankenkassen hier aktiv gegensteuern", so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.

Stressmanagement am Arbeitsplatz

2011 gehörten Maßnahmen zum Stressmanagement und Angebote zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung neben der Reduktion von körperlichen Belastungen zu den häufigsten Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Besonders im Fokus: die Gruppe der älteren Arbeitnehmer. Der Zahl der Beschäftigten über 50 Jahre, die an Maßnahmen zur Bewältigung psychischer Belastungen teilgenommen haben, ist seit 2007 um 157 Prozent gestiegen.

Gesundheitsförderung ist dann besonders wirksam, wenn sie in den Lebenswelten der Menschen verankert wird, also in Kindertagesstätten oder Schulen, den sogenannten Settings. 2011 haben die Krankenkassen durch lebensweltbezogene Projekte rund 2,4 Millionen Menschen erreicht. Gezielt wurde der Schwerpunkt dabei auf Bildungseinrichtungen gelegt. Fast jede zweite Kindertagesstätte (43 Prozent) und ein Viertel aller allgemeinbildenden Schulen profitierten von den Präventionsmaßnahmen.

Weniger individuelle Kurse

Bei den individuellen Kursen zur Bewegungsförderung, Ernährung, Stressbewältigung und Raucherentwöhnung gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang. Knapp 1,7 Millionen Versicherte nahmen an individuellen Angeboten zur Gesundheitsförderung teil, im Vorjahr waren es knapp zwei Millionen Entsprechend gingen die Ausgaben in diesem Bereich zurück.

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