Medizin

Smartphone steuert Heißhunger

nh
Nachrichten
Per App versucht das US-Gesundheitsministerium seine Mitarbeiter zu einem gesünderen Leben zu bewegen. In Deutschland wird der Markt für die digitalen "Gesundheitshelfer" kritisch diskutiert.

Das amerikanische Gesundheitsministerium hat, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, im Sommer ein Experiment gestartet. Ziel: das Wohlbefinden der Mitarbeiter per Smartphone steuern. Dafür wurden im Ministeriumsgebäude sogenannte "Beacon"-Sender angebracht. Das sind Bluetooth-Sender, deren Signale von modernen Smartphones im Umkreis von rund 30 Metern empfangen werden. Entsprechend programmierte Apps entschlüsseln den Code und zeigen dem Nutzer auf seinem Smartphone zu diesem Standort passende Push-Nachrichten.

Konkret heißt das in den USA: Nähert sich der Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums dem Süßigkeitenautomaten, will das Smartphone wissen, ob man sich den Verzehr des Schokoriegels denn auch gut überlegt habe.

Werden wir durch Apps wirklich fitter?

Ärztevertreter in Deutschland betrachten den Boom auf dem Markt für digitale Gesundheitshelfer mit gemischten Gefühlen. "Prinzipiell ist es eine tolle und vorteilhafte Entwicklung, wenn sich Menschen intensiver mit ihrem gesundheitlichen Zustand und ihrem gesundheitsbezogenen Verhalten auseinandersetzen", sagte der Telematik-Vorsitzende der Bundesärztekammer, Franz-Joseph Bartmann, der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Andererseits beobachten wir aber auch Entwicklungen, bei denen die Technikverliebtheit im Vordergrund zu stehen scheint und die medizinische Sinnhaftigkeit zweifelhaft ist."  

Bartmann forderte, die Geräte und Konzepte im Einzelfall wissenschaftlich zu untersuchen: "Und zwar nicht nur im Hinblick auf den medizinischen Nutzen, sondern auch im Hinblick auf den potenziellen Schaden, der durch solche Methoden auch entstehen kann."

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