Starkes Netzwerk in unruhigen Zeiten
„Sie helfen denjenigen, die es am meisten brauchen. Vielen Dank für Ihr großartiges soziales Engagement“, begrüßte Dr. Karsten Heegewaldt, Präsident der Zahnärztekammer Berlin, die Gäste der Konferenz. „Es gibt gerade viele Krisensituationen auf der Welt, Amerika streicht massiv Gelder. Die Entwicklungshilfe wird weltweit fast halbiert. Es ist also eine sehr angespannte Situation. Umso wertvoller ist diese Hilfe.“
BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz versuchte in seiner Rede Hoffnung zu stiften: „Unsere Konferenz bietet uns die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Strategien zu entwickeln und unsere Zusammenarbeit zu stärken. Es ist ein Forum, das die engagiertesten Köpfe unseres Netzwerks zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen zu finden, denen wir gegenüberstehen.“ Er dankte allen für ihren Einsatz – „als Motor, der das gesellschaftliche Engagement der Zahnärzteschaft vorantreibt“.
„Nicht nur Geldspenden sind wichtig, sondern Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort“, ergänzte Mark Stephen Pace, Vorsitzender des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI). „Deshalb ist die Ausbildung, zum Beispiel von Zahntechnikern, so wichtig und nachhaltig. Wir müssen trotzdem unsere Arbeit weiter tun, auch wenn die Weltlage sich so schrecklich entwickelt hat.“
Infos zum Haftungsrecht und Versicherungsschutz
Rechtsanwältin Dr. Susanna Zentai referierte Aspekte zum Haftungsrecht bei Hilfseinsätzen – etwa wann Organisationen für ihre Helfer haften. Dabei erklärte sie gleich zu Beginn, dass grundsätzlich das jeweilige Recht des Einsatzlandes gilt. Somit sei keine Anwendung des Reiserechts möglich – im Unterschied etwa zu Pauschalreisen. Sie riet dazu, nach Möglichkeit im Vorfeld einen Vertrag abzuschließen, um im Fall des Falles Absicherung für alle Beteiligten zu ermöglichen.
Über „Unfallrisiken & Versicherungsschutz bei grenzüberschreitender Tätigkeit“ klärten Marc Niemann und Helmut Tusk von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) auf. Ein guter Versicherungsschutz für Helfer im Ausland sei durchaus preiswert zu haben. Bei der Geltendmachung von Schäden gälten generell die Regeln zwischen dem Land der Organisation und dem Einsatzland. Ihre zentrale Botschaft war: Wer versichert in den Einsatz startet, hat in jedem Fall spürbar mehr Rückendeckung und Ansprechpartner – bei einem Unfall, einem Überfall oder einem Moskito-Stich.
Wie Unterstützung aussehen kann, zeigte im Anschluss Janina Neußer von der apoBank-Stiftung, indem sie die Projektförderung vorstellte. Abschließend erklärte Laura Langer, Redakteurin bei den Zahnärztlichen Mitteilungen (zm), den Vertretern der Hilfsorganisationen, wie die Berichterstattung zum gesellschaftlichen Engagement im Standesblatt der deutschen Zahnärzteschaft aussieht.