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Sucht bei der Arbeit

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Die schädliche Wirkung von Suchtmitteln beeinflusst das Arbeitsleben zunehmend. Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse AOK sind die dadurch verursachten Fehltage seit 2002 um 17 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage sind von 2,07 Millionen Tage (2002) auf 2,42 Millionen Tage (2012) gestiegen. Alkoholkonsum und Rauchen sind laut des aktuellen Fehlzeiten-Reports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Hauptursachen, aber neue Suchtmittel wie Psychopharmaka sind auf dem Vormarsch.

Nur die Spitze des Eisbergs

"Mit diesen Zahlen bilden wir nur die Spitze des Eisbergs ab", sagt Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. "Oft werden Suchtkranke nicht ausdrücklich wegen ihrer Suchtprobleme, sondern unter anderen Diagnosen krankgeschrieben."

Eine Sucht hat gravierenden Einfluss auf das Erwerbsleben der Betroffenen. Suchtkranke fehlten 2012 durchschnittlich 92 Tage, während bei allen anderen Diagnosen die durchschnittliche Fehlzeit bei 31 Tagen lag. Das WIdO schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch Suchterkrankungen entsteht, für vergangenes Jahr auf circa 1,3 Milliarden Euro.

Steigende Anforderungen im Job ein Auslöser

"Die Gründe, warum sich eine Sucht- oder Abhängigkeitserkrankung entwickelt, sind vielfältig", erklärt. Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Das Arbeitsleben kann hierbei aber eine große Rolle spielen. Durch immer größere Anforderungen plus ständig geforderte Flexibiliät und Mobilität fühlen sich viele Arbeitnehmer unter Druck gesetzt. Manche greifen deshalb zum Gehirndoping.

Neben den "Klassikern" Alkohol und Nikotin treten leistungssteigernde Mittel, sogenannte Neuroenhancer, zunehmend in das Blickfeld der Suchtforscher. "Um berufliche Stresssituationen zu bewältigen, haben nach unserer Befragung immerhin fünf Prozent der Arbeitnehmer in den letzten zwölf Monaten Medikamente wie Psychopharmaka oder Amphetamine zur Leistungssteigerung bei der Arbeit eingenommen", sagt Schröder.

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