Hochschule Darmstadt (h_da)

Mehr als 90 Prozent der Studierenden nutzen KI-Tools

mg
Gesellschaft
Eine bundesweite Umfrage unter 4.910 Studierenden aus 395 Universitäten und Hochschulen zeigt: KI-basierte Tools wie ChatGPT sind fest im Studienalltag angekommen. Mehr als 90 Prozent nutzen sie im Studium.

KI-basierte Tools haben sich zu einem Standardwerkzeug für Studierende entwickelt: 91,6 Prozent der befragten Studierenden geben an, sie für das Studium zu nutzen (2023: 63,2 Prozent). Auch die Nutzungsfrequenz hat zugenommen: 26,2 Prozent der Befragten verwenden KI-Tools inzwischen sehr häufig im Studium (2023: 9,5 Prozent), 24,3 Prozent häufig (2023: 22.3 Prozent) und 19,1 Prozent gelegentlich (2023: 3,0 Prozent). Gaben 2023 noch 36,8 Prozent der Befragten an, KI-basierte Tools gar nicht zu nutzen, sind es nun nur noch 8,4 Prozent.

Immer häufiger gebrauchen Studierende KI-Tools, um Verständnisfragen zu klären und um sich fachspezifische Konzepte erklären zu lassen (66,7 Prozent, 2023: 35,6 Prozent), schreiben die Forschenden. Mehr als die Hälfte nutzt KI auch zur Textanalyse, -verarbeitung und -erstellung (51,7 Prozent, 2023: 24,8 Prozent) und 48,9 Prozent für Übersetzungen (2023: 26,6 Prozent). Fast jede zweite Person greift für Recherchen und das Literaturstudium (46,2 Prozent, 2023: 28,6 Prozent) auf KI zurück sowie zur Problemlösung und Entscheidungsfindung (44,8 Prozent, 2023: 22,1 Prozent).

Beliebtestes Tool ist mit Abstand ChatGPT

Überdurchschnittlich hohe KI-Nutzungsquoten haben Studierende in den Ingenieurwissenschaften (95,5 Prozent). Weiterhin unterdurchschnittlich werden KI-basierte Tools von Studierenden im Bereich Kunst & Kulturwissenschaften genutzt (79,2 Prozent). Beliebteste Tools sind mit Abstand ChatGPT, hier speziell die kostenfreie Variante (81,5 Prozent), und DeepL für Übersetzungen (44,8 Prozent).

„KI-basierte Tools wie ChatGPT sind inzwischen ein fester Bestandteil des Hochschulalltags und verändern die Art und Weise, wie Studierende lernen und arbeiten“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Jörg von Garrel, Professor für Prozess- und Produktionsinnovation mit Schwerpunkt quantitative Sozialforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der h_da. „Ziel der Untersuchung war es, ein fundiertes Verständnis über die Verbreitung, Intensität und Einsatzbereiche KI-gestützter Tools im Studium zu gewinnen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass KI-basierte Tools innerhalb kurzer Zeit zu einem integralen Bestandteil des Studiums geworden sind und sich ihr Einsatzbereich kontinuierlich erweitert. Umso wichtiger bleibt daher, für einen kritischen und reflektierten Einsatz von KI-Tools zu sensibilisieren.“

Das Team um von Garrel hat Studierende erneut auch zur privaten Nutzung von KI-basierten Tools befragt. Sie hat zwar ebenfalls deutlich zugenommen, liegt aber inzwischen unter der Nutzung für Studienzwecke: Demnach geben 85,4 Prozent der befragten Studierenden an, KI-Tools im privaten Bereich zu nutzen (2023: 67,0 Prozent). „Die Werte deuten darauf hin, dass KI-Tools inzwischen sowohl für akademische als auch für private Zwecke genutzt werden und dies immer selbstverständlicher“, schlussfolgert von Garrel.

Joerg von Garrel, Jana Mayer (2025): Künstliche Intelligenz im Studium - Eine quantitative Längsschnittstudie zur Nutzung KI-basierter Tools durch Studierende (2023 & 2025). https://doi.org/10.48444/h_docs-pub-533

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